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Allgemeines
Blutgruppen werden in einem autosomal-dominanten Erbgang mit zwei Merkmalsausprägungen (Allelen) vererbt. Vereinfacht gesagt, erhält jedes Katzenkind ein Allel von jedem Elternteil, wobei Blutgruppe A dominant über Blutgruppe B ist. Katzen mit Blutgruppe A
Katzen mit Blutgruppe B Blutgruppe AB Weshalb sind Blutgruppen wichtig?
Die immunologischen Reaktionen der Katzen mit Blutgruppe A sind jedoch wesentlich stärker ausgeprägt sind, als bei Tieren mit Blutgruppe B.
Bedeutungsvoll wird die Blutgruppe prinzipiell nur in zwei Situationen:
Bedeutung der Blutgruppen bei der Verpaarung Verpaarung einer A-Katze Ist die Mutter mischerbig (A/B) und der Vater reinerbig (A/A) – so werden ebenfalls alle Kitten die Blutgruppe A haben (da A dominant über B ist). Die Hälfte der Kitten wird misch-, die übrigen reinerbig für Blutgruppe A sein. Sind beide Elterntiere mischerbig für Blutgruppe A (also genetisch A/B), so wird statistisch die Hälfte der Kitten reinerbig für Blutgruppe A (also A/A), ein Viertel mischerbig für A (also A/B) und ein Viertel der Kitten reinerbig für B (B/B) sein. Bei diesem Beispiel treten jetzt zum ersten Mal Kitten auf, die eine andere Blutgruppe haben als die Mutter, was aber in diesem Fall nicht weiter tragisch ist, da die Antiköper der Blutgruppe A (Mutter) gegen die Blutgruppe B (Kitten) nur schwach ausgeprägt sind und in der Regel zu keinen Reaktionen führen. Als Züchter muss man sich lediglich bewusst machen, dass aus einer Verpaarung zweier A-Katzen eben auch B-Kitten fallen könne und deshalb die Blutgruppe der Kitten unbedingt bestimmt werden muss, wenn eins davon zur Weiterzucht eingesetzt wird. Verpaart man die Katze mit einem B-Kater, so hängt die Blutgruppe der Kitten davon ab, ob die Mutter rein- oder mischerbig für Blutgruppe A ist. Ist die Mutter reinerbig, so haben alle Kitten Blutgruppe A. Ist die Mutter mischerbig für A, so wird die Hälfte der Kitten Blutgruppe B haben, was aber, wie oben erwähnt, ebenfalls unproblematisch ist. Grundregel: Eine A-Katze kann mit jedem Kater verpaart werden! Verpaarung einer AB-Katze Die Blutgruppe der Kitten sollte aber auch hier auf jeden Fall getestet werden, wenn diese zur Weiterzucht eingesetzt werden. Grundregel: Eine AB-Katze kann mit jedem Kater verpaart werden! Verpaarung einer B-Katze Als Risikoverpaarungen bezeichnet man all jene Verpaarungen, wo eine Kätzin mit der Blutgruppe B (B/B) mit einem Kater der Blutgruppe A verpaart werden soll. Ist der Kater mischerbig für Blutgruppe A (also genetisch A/B), so hat die Hälfte der Kitten die Blutgruppe B (B/B) und die andere Hälfte die Blutgruppe A (A/B). Oben ist bereits erläutert, dass Katzen der Blutgruppe B starke Antiköper gegen die Blutgruppe A haben. Diese Blutgruppen-Antikörper sind nicht plazentagängig, somit besteht keine Gefahr während der Trächtigkeit. Nach der Geburt werden die Antikörper jedoch über die Muttermilch an die Kitten gegeben. Da der Darm der Kitten in den ersten 24 Stunden für Immunglobuline durchlässig ist, bekommen die Kitten Antikörper gegen ihre eigene Blutgruppe. Je nachdem, wie hoch der Anti-Titer der Mutter ist, kommt es bei den Kitten zu einer Hämolyse, die innerhalb weniger Tage zum Tod führen kann (Fading Kitten Syndrom) Zurzeit gibt nur ein Labor in den Niederlanden, das die Höhe des Anti-Titers bestimmen kann. Liegt dieser unter 1:32, so kann man – nach Aussage des Labors – alle Kitten bei der Mutter belassen ohne Reaktionen zu befürchten. Im Idealfall bekommt die Mutter einen speziellen Body angezogen, der verhindert, dass die Kitten an die Zitzen gelangen. Die Kitten müssen dann im Abstand von 2- 3 Stunden von Hand gefüttert werden – für die ersten 24 Stunden nach der Geburt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Blutgruppe der Kitten zu bestimmen und nur diejenigen zu trennen und von Hand zu füttern, die Blutgruppe A haben. Erfahrungen verschiedener Züchter haben darüber hinaus gezeigt, dass es selbst bei korrekter Anwendung zu falschen Testergebnissen kommt. Aus diesem Grund sollten sicherheitshalber immer alle Kitten von der Mutter getrennt werden, falls ihr Anti-Titer höher ist als 1:32. ©Nicole Rudorf |